Deutsche sehen große Hindernisse für Verkehrswende

27.02.2020, 08:05 Uhr
Studie, Verkehr, Umwelt, Energie, Auto, Elektromobilität
Hamburg

Ein flächendeckendes Ladenetz für E-Fahrzeuge gilt als Voraussetzung dafür, um die Verkehrswende in Deutschland zum Erfolg zu führen. Eine deutliche Mehrheit der Deutschen hält allerdings die bisher getroffenen Maßnahmen zum Netzwerkausbau von E-Ladestationen für unzureichend. Nach einer Studie des Markt- und Meinungsforschungsunternehmens Ipsos in Zusammenarbeit mit der Global Infrastructure Investor Association (GIIA) bewerten sechs von zehn Befragten (60%) die Qualität der hiesigen Elektromobilitätsinfrastruktur als schlecht, nur jeder Sechste (16%) ist mit dem derzeitigen Ladenetz zufrieden.

In Kooperation mit news aktuell (dpa-Gruppe)
Urpsprünglich erschienen auf http://ots.de/452631

Handlungsbedarf vor allem bei nachhaltiger Mobilität

Auf dem Weg zu einer umweltverträglicheren Verkehrsgestaltung sehen die Deutschen neben fehlenden Ladestationen für E-Fahrzeuge noch weitere Hürden. Jeder zweite Bundesbürger (51%) bemängelt beispielsweise die Qualität der deutschen Eisenbahninfrastruktur. Etwa ebenso viele Befragte (50%) sind außerdem der Meinung, dass die Fahrradwege und -anlagen einiger Verbesserungen bedürfen.

Deutsche sehen weniger Verbesserungsbedarf bei Windenergie

Weniger Handlungsbedarf wird trotz oder gerade wegen der anhaltenden umweltpolitischen Diskussionen zu diesem Thema bei der Windenergie gesehen. Fast die Hälfte der Befragten (44%) bewertet die Qualität der Infrastruktur in diesem Bereich als ziemlich oder sogar sehr gut, etwa jeder dritte Bundesbürger (33%) bemängelt sie. Damit schneidet Deutschland zumindest in Sachen Windkraft im internationalen Vergleich überdurchschnittlich gut ab, Spitzenreiter ist jedoch China (59% Zufriedenheit).

Deutlich schlechter steht es aus Sicht der Bevölkerung um den Bereich Sonnenenergie. Fast jeder zweite Befragte (45%) bewertet die infrastrukturellen Voraussetzungen zur Solarstromerzeugung in Deutschland als (eher) schlecht.

Neue Infrastrukturpläne müssen umweltverträglich sein

Danach gefragt, welches die wichtigsten Gesichtspunkte sind, die bei zukünftigen Infrastrukturplänen zu berücksichtigen sind, wird der Faktor Umweltverträglichkeit beinahe folgerichtig am häufigsten genannt - nicht nur in Deutschland, sondern auch im globalen Durchschnitt (26%). Hierzulande sagt sogar jeder dritte Befragte (33%), dass sich künftige Infrastrukturplanungen in erster Linie danach ausrichten sollten, welche Auswirkungen sie auf die Umwelt haben. Lediglich in Frankreich (35%) wird die Umweltverträglichkeit neuer Infrastrukturen für noch wichtiger befunden.

Weniger Vorbehalte bei umweltfreundlichen Infrastrukturprogrammen

Eine Mehrheit der Deutschen (56%) würde die Schaffung neuer Infrastrukturen in der eigenen Wohngegend grundsätzlich unterstützen. Unter der Prämisse, dass diese Infrastrukturen insgesamt umweltfreundlich wären, steigt dieser Wert sogar auf 70 Prozent. Auch weltweit zeigt sich eine hohe Zustimmung für Infrastrukturprogramme im eigenen Wohnumfeld (66%), vor allem wenn sie umweltfreundlich sind (71%).

Methode:

Die Ergebnisse stammen aus dem 'Global Infrastructure Index 2019', einer Global Advisor-Studie, die vom 26. Juli bis zum 9. August 2019 über das Ipsos Online-Panel-System unter 19.516 Personen in insgesamt 28 Ländern durchgeführt wurde. Zu den befragten Ländern gehören:

Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, Chile, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Italien, Japan, Kanada, Kolumbien, Malaysia, Mexiko, Peru, Polen, Russland, Saudi-Arabien, Schweden, Serbien, Spanien, Südafrika, Südkorea, Türkei, Ungarn und die USA. In Kanada und den USA waren die Befragten zwischen 18 und 64 Jahren alt, in allen anderen Ländern zwischen 16 und 64 Jahren.

Es wurde eine Gewichtung der Daten vorgenommen, um die demografischen Merkmale auszugleichen und damit sicherzustellen, dass die Stichprobe die aktuellen offiziellen Strukturdaten der erwachsenen Bevölkerung eines jeden Landes widerspiegelt.

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